Das Streben nach Glückseligkeit kann nicht moralisches Gesetz werden. Die Maxime zum Bestimmungsgrund aller zu machen, würde zu einem Widerspruch führen, die Maxime würde sich selber auslöschen. Der Grund ist einfach: Der Wille aller hat nun einmal nicht dasselbe Objekt.
Stelle dir folgende Situationen vor:
Situation 1:
Ein Ehepaar lebt in Harmonie: Alles, was die Frau haben will, will auch ihr
Mann haben. Alles, was der Mann haben will, will auch seine Frau haben.
Wie es um diese "Harmonie" steht und um die Glückseligkeit des Ehepaares, wirst du wohl erkannt haben...
Situation 2:
Einer sagt: "Was mein Bruder hat, möchte ich auch haben!"
Vielleicht hast du auch schon solche Situationen erlebt, und du weisst, dass ihr nicht beide das gleiche Ding haben könnt.
Es ist vielleicht möglich, dass sich die Absichten mehrerer decken, doch ist es nicht möglich alle unter einen Hut zu bringen. Dies ist das Problem, wenn man den Maximen zu allgemeiner Gültigkeit verhelfen will. Maximen taugen folglich nicht als Gesetze.
Florian Fisch (ff) April 2001, auf www.yetnet.ch/dergutemensch